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Augenhöhe-Geschichten

In den Augenhöhe-Geschichten finden Sie Beispiele von Beratungen und Unterstützungen durch die Teilhabe-Begleiter. Die Namen sind aus datenschutzrechtlichen Gründen geändert und die Geschichten leicht abgewandelt.

 

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Hilfe bei Beziehungsstress

Herr Müller wohnt mit seiner langjährigen Partnerin in einer eigenen Wohnung und wird ambulant betreut. In letzter Zeit häufen sich Konflikte in der Beziehung, die Herrn Müller sehr belasten. Die Stunden der ambulanten Betreuung braucht Herr Müller für die Alltagsangelegenheiten, so dass die Zeit für die persönlichen Themen zu knapp ist. Er hätte gerne mehr Zeit mit seinem Betreuer.

Ein Arbeitskollege in der Werkstatt von Herrn Müller ist Teilhabe-Begleiter. Herr Wolfram hat sich und seine Aufgaben allen Kolleginnen und Kollegen vorgestellt.
Herr Müller bittet ihn bei einer Gelegenheit um ein Gespräch.
Herr Wolfram weiß aus eigener Erfahrung, dass Stress in der Beziehung weitreichende Folgen haben kann. Er bestärkt Herrn Müller darin, in einem Hilfeplangespräch mehr Fachleistungsstunden zu beantragen. Gemeinsam sammeln sie Argumente. Herr Wolfram gibt Tipps, wo Herr Müller noch Untertützung bekommen kann.

Zehn Tage später findet das Hilfeplangespräch statt, bei dem Herr Müller seinen Bedarf begründen kann und die beantragten Stunden bewilligt bekommt. Er bedankt sich bei Herrn Wolfram für seine Unterstützung.

 

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Akteneinsicht mit Unterstützung

Frau Reese möchte eine Psychotherapie beantragen, damit sie wieder besser am gesellschaftlichen Leben teilhaben kann. Durch ihre Angsstörung fühlt sie sich darin momentan stark eingeschränkt.

Von der Krankenversicherung hat sie eine Liste mit Psychotherapeutinnen bekommen, zu denen Sie Kontakt aufnehmen soll. Frau Reese fällt es nicht leicht, sich zu motivieren, Erstgespräche zu vereinbaren. Im Alltag vergisst Sie zudem, sich um die Therapie zu kümmern. Die schwankende Motivation, alltägliche Dinge zu erledigen, wirkt sich krankheitsbedingt dahingehend aus, dass Frau Reese überhaupt keinen Kontakt aufnehmen wird. Sie ist sich dieser Situation bewußt und möchte Hilfe durch eine ambulante Betreuung beantragen.

Frau Reese stellt beim zuständigen Sozialhilfeträger den erforderlichen Antrag mit Hilfe eines fachlichen Ansprechpartners, der sie auch bei der Kontaktaufnahme zu den Psychotherapeutinnen unterstützen soll. Der Antrag wird abgelehnt mit dem Hinweis, erst eine Psychotherapie zu machen. Diese Leistung sei vorrangig vor Leistungen zur Eingliederungshilfe. Gegen diese Entscheidung hat Frau Reese Widerspruch eingelegt. Bevor sie den Widerspruch durch einen Anwalt begründen läßt, will sie Einsicht in ihre Akte nehmen. Diesen Hinweis erhält Frau Reese vom Projektbüro. Aufgrund der Angststörung kann Frau Reese diesen Termin nicht alleine wahrnehmen.

Das Projektbüro vermittelt den Kontakt zu Frau Stoltenberg, die Teilhabe-Begleiterin im Wohnort von Frau Reese ist. Frau Stoltenberg kennt durch ihre eigene psychische Erkrankung sehr gut die Hürden beim Reisen mit öffentlichen Verkehrsmitteln. Aber in Begleitung fällt es leichter. Frau Stoltenberg ermutigt Frau Reese einen Termin beim Amt zu machen und begleitet sie an dem Tag.

Die kopierten Unterlagen bringt Frau Reese gemeinsam mit Frau Stoltenberg zu ihrem Anwalt, der den Widerspruch anschließend begründet. Die ambulante Betreuung ist notwendig, damit Frau Reese überhaupt die Psychotherapie beginnen kann. Daher gilt in diesem Fall der Nachranggrundsatz der Sozialhilfe nicht.

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Rückkehr in die Werkstatt - wie geht das?

Der Teilhabe-Begleiter Herr Strather hat in seiner Werkstatt Plakate vom Projekt Auf Augenhöhe aufgehängt, auf dem er mit einem Foto und seinen Aufgaben vorgestellt wird. Daraufhin wird er von Frau Heise angesprochen.

Frau Heise war bis vor vier Jahren in der Werkstatt beschäftigt und besucht nun ehemalige Kollegen am Arbeitsplatz. Sie ist aus persönlichen und familiären Gründen nicht mehr in der Werkstatt, wünscht sich aber nun eine Rückkehr.

Sie befragt Herrn Strather, was sie für eine Wiederaufnahme tun muss. Da Herr Strather auch erst seit Kurzem in der Werkstatt ist, ist ihm das Verfahren vertraut und er kann ihr die einzelnen Schritte erläutern.

 

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Ambulant betreut in der eigenen Wohnung - schaffe ich das?

Herr Kock wohnt in einer Wohngruppe zusammen mit sieben anderen Bewohnern. Schon länger träumt er von einer eigenen Wohnung. Was dann an Aufgaben auf ihn zukommen würde, darüber spricht er viel mit seinen Betreuern. Aber wie fühlt es sich an, wenn man es selber umgesetzt hat?

Seine Betreuer geben ihm einen Tipp: er kann seinen Kollegen Herrn Hamann in der Werkstatt ansprechen. Herr Hamann ist Teilhabe-Begleiter - das wissen die Betreuer von einem Termin, bei denen Mitarbeiter das Projekt Auf Augenhöhe vorgestellt haben. Und Herr Hamann ist vor einiger Zeit auch in eine eigene Wohnung gezogen und wird ambulant betreut.

Herr Kock bekommt einen Flyer in Leichter Sprache. Darin wird alles noch mal erklärt. Da er Herrn Hamann in der Werkstatt trifft, ist ein Gespräch ganz unkompliziert. Sie verabreden einen gemeinsamen Termin. Herr Hamann schildert ihm dann, wie er den Umzug in die eigenen vier Wände erlebt hat.
Herr Kock hat nun viel Stoff zum Nachdenken bekommen. Sicher wird es sich darüber auch mit seinen Betreuern unterhalten.

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